Die Evangelische Kirche
liegt im Zentrum der Innenstadt von Sopron
(Ödenburg), Kirchengasse 10. Sie ist die drittgrößte evangelische Kirche
Ungarns. Die Gemeinde gehört zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in
Ungarn.
In Ödenburg/Sopron wurde 1565 die erste evangelische Gemeinde Ungarns
gegründet. Ihre Kirche trug den Namen des Erzengels Michael. Sie wurde beim großen
Stadtbrand 1676 zerstört. Danach fanden die Gottesdienste zunächst im
Stadtpalais der Fürstin Anna Maria zu Eggenberg
und in einer Holzkirche statt, bevor 1724 eine steinerne Kirche fertiggestellt
wurde. Die heute bestehende Kirche wurde in den Jahren 1782/83 in spätbarock-klassizistischen
Formen erbaut. 80 Jahre später wurde im Rundbogenstil
der 52 Meter hohe Turm mit achteckiger Laterne angefügt. Aus dem Kloster Kahlenberg
bei Wien stammt der barocke vergoldete Holzschnitzaltar mit reichem Figurenwerk
(Gottvater, Erzengel Michael, Apostel, Putten). Das Altarbild zeigt Christus am Ölberg.
1884 wurde die Orgel eingebaut. Der Kirchenraum ist durch acht Säulen in drei Schiffe
geteilt. In die Seitenschiffe sind jeweils zwei Emporen
eingebaut. Das rechteckige Gebäude hat eine Länge von 36 Metern und eine Breite
von 24 Metern. Die Kirche verfügt über 2500 Plätze.
Freitag, 1. Januar 2016
Unsere Kirchen: Evangelische Kirche Neusiedl am See
Vom Toleranzpatent bis zum Kirchenbau
Die kleine evangelisch-lutherische Gemeinde hat heute ihren festen Platz im geistig-geistlichen und kulturellen Leben der Bezirkshauptstadt Neusiedl am See. Das verdankt sie einerseits der Verlässlichkeit und Tatkraft ihrer Mitglieder, besonders ihrer gewählten Mandatare, andererseits aber auch dem erfreulichen Klima der Toleranz, Offenheit und Geschwisterlichkeit seitens der großen katholischen Schwesterkirche und der gesamten Stadtverwaltung.
Die
Wurzeln des evangelischen Lebens in Neusiedl sind aber nicht in der Stadt
selbst zu suchen, sondern in den evangelischen Dörfern ringsum. So wie in den
meisten burgenländischen Bezirken kam es kurz nach dem Erlass des
Toleranzpatents durch Kaiser Josef II. , 1781, zu Pfarrgemeindegründungen
außerhalb des Bezirkshauptortes. Die für Neusiedl maßgebliche evangelische
Pfarrgemeinde war denn auch die Gemeinde Gols, heute noch die größte
mehrheitlich evangelisch besiedelte Gemeinde Österreichs. Die paar
evangelischen Neusiedler der ersten Stunde waren dementsprechend in ihrem
geistlichen Leben, so wie alle übrigen evangelischen Seewinkler, nach Gols und
seiner bedeutsamen Pfarrkirche orientiert.
Aber
auch westlich von Gols nahm die Zahl der Evangelischen, namentlich durch
konfessionsverbindende Eheschließungen und den Zuzug von evangelischen
Flüchtlingen aus dem deutschen Osten, stetig zu. So entschloss sich die
Pfarrgemeinde, zentral für die Orte Weiden am See, Jois und Winden am See, in
Neusiedl eine Predigtstation zu errichten. Unterkunft für die Gottesdienste der
Predigtstation fand man in der Neusiedler Hauptschule. Und so sammelte denn
schon der ehrwürdige Senior Geistlinger, so wie nach ihm die Pfarrer Klettke
und Nußgruber, seine getreuen Gemeindeglieder aus Neusiedl und Umgebung in
einem Neusiedler Klassenzimmer auf Schulbänken und Schulsesseln um sich.
Der Bau der neuen Kirche
Auf Dauer konnte das jedoch keine Lösung sein und so tauchte der Plan auf, auch in Neusiedl eine evangelische Kirche zu errichten. 1978 begann das Golser Presbyterium, vehement durch die Superintendentur und den Superintendenten, Dr. Reingrabner, unterstützt, den Plan in die Tat umzusetzen. Der Baugrund für die Kirche in der Seestraße 30 wurde von der Superintendentur angekauft und zur Verfügung gestellt. Aber wer sollte als Bauherr fungieren? Weder die Superintendentur noch das Golser Presbyterium, sondern mit aller kirchlichen Unterstützung – natürlich die Neusiedler selbst! Da ergab sich allerdings ein gravierendes Problem: Eine Predigtstation ist keine Rechtspersönlichkeit, kann also keine Beschlüsse fassen und keine Geschäfte abwickeln. So überlegte man im Golser Presbyterium, entweder einen Bauausschuss für die Neusiedler Kirche einzurichten, oder die Predigtstation zur Tochtergemeinde zu erheben.
Zu
Recht erwarteten sich das Presbyterium in Gols und der Superintendent, dass die
Evangelischen aus dem Bereich der Predigtstation als eigenständige
Tochtergemeinde mehr Engagement zeigen würden, als wenn sie bloß mit einem
Bauausschuss konfrontiert worden wären. Und so wurden denn der Kirchenbau und
die Erhebung zur Tochtergemeinde gleichzeitig betrieben. Für den Kirchenbau
wurden ein Architekt und ein Baumeister gesucht, für die Tochtergemeinde ein
sechsköpfiges Presbyterium.
Bereit,
Verantwortung für die künftige Tochtergemeinde zu übernehmen, waren unter der
Führung von Herrn Michael Boschner von Anfang an: Frau Helga Depauly, Herr Ing.
Karl Taschner, Frau Frieda Weissmann, Herr David Nief und Herr Reinhold
Reister. Als Architekt konnte Herr Bürgermeister Dipl.-Ing. Hans Halbritter
gewonnen werden, mit der Errichtung des Neubaues wurde die Firma Brezina aus
Frauenkirchen betraut. Blieb nur mehr die Frage der Finanzierung. Da musste es
plötzlich sehr schnell gehen, denn der Gustav-Adolf-Verein, ein kirchliches
Hilfswerk, bot an, die Geldmittel aus der Gustav-Adolf-Kindersammlung 1986, in
etwa 2 Millionen Schilling ( € 140.000.-), für den Kirchenbau in Neusiedl zu
widmen. Damit war der tragende Pfeiler der Finanzierung gesichert.
Bis
Weihnachten 1986 wurde der Rohbau der Kirche ausgeführt, am 5. Juli 1987 wurde
sie von Herrn Superintendent Dr. Gustav Reingrabner bereits feierlich
eingeweiht.
Von der Predigtstation zur Tochtergemeinde
Der Kirchenbesuch in der neuen Kirche, einem Schmuckstück des
evangelischen Kirchenbaus in Österreich, war und blieb erfreulich. Die offen
gebliebenen Finanzierungslasten wurden weitgehend von den Mitgliedern der
Tochtergemeinde selbst übernommen und getragen, wobei nicht unerwähnt bleiben
darf, dass es auch in der katholischen Schwesterkirche, aus dem Munde des ehrwürdigen
Herrn Dechant Dr. Hannes Kohl, einen Spendenaufruf zugunsten unserer neu
errichteten Kirche gab. Mit Bescheid des Evangelischen Oberkirchenrates vom 29.
September1987 traf die offizielle Bestätigung der Erhebung zur Tochtergemeinde
in der Muttergemeinde Gols ein.
Unsere Kirchen: Evangelische Kirche in Gols
Wie auch im übrigen westungarische Gebiete fasste
die Lehre Luthers auch in Gols rasch Fuß. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts war
Gols bereits rein protestantisch. Im Jahre 1583 kamen der erste evangelische
Pfarrer und der erste evangelische Lehrer ins Dorf. Von 1645 bis 1673
hatten die Protestanten die katholische Kirche in ihrem Besitz. Im Jahr 1730
zählte Gols 226 Katholiken und 1248 Protestanten, obwohl der evangelische
Pfarrer und der Lehrer vertrieben und der Glaube verboten war. Trotz Militärgericht
und Jesuiten konnten die Golser ihren evangelischen Glauben bewahren, da in
Gols mehrere kleine adelige Grundherren waren, die nach Belieben schalten und
walten konnten. Der Kaiser hatte kein Recht auf dieses Gebiet. Nachdem Josef
II. im Jahre 1781 das Toleranzpatent erlassen hat, bauten die Golser
Protestanten ihre erste Kirche und Schule. 1818 brach ein Großbrand aus, der
diese Kirche und Schule wieder vernichtete, außerdem wurden noch zwei Drittel
des Dorfes ein Raub der Flammen. Die Kirche und die Schule wurden wieder
aufgebaut. 1888 wurde die Kirche mit einem 47 Meter hohen Turm versehen und das
bestehende Schulgebäude erweitert. In der evangelischen Kirche befindet sich
das einzige Altarbild des Burgenlandes aus der Donauschule. Dieses Altarbild
ist gleichzeitig das älteste Altarbild in den evangelischen Kirchen des
Burgenlandes. Beachtenswert ist auch die Rokoko - Kanzel, die aus dem Jahr 1735
stammt und somit älter ist als das Gotteshaus. 1975 wurden die wunderschönen
Glasbildfenster der Mattersburger Künstlerin Hannelore Knittler-Gsellmann
eingebaut, die so ihre erste große Arbeit mit diesen Materialien geschaffen
hat.
Unsere Kirchen: St. Petri Kirche in Petersburg (Russland)
Die St.-Petri-Kirche in Sankt Petersburg
ist die größte lutherische Kirche Russlands
und wurde im Stil einer klassizistischen Basilika
in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut.
Sie ist heute Bischofskirche der Evangelisch-Lutherischen
Kirche in Russland, der Ukraine, in Kasachstan und Mittelasien und
die Kirche der deutschen evangelisch-lutherischen St.-Annen- und
St.-Petrigemeinde.
Die St.-Petri-Kirche steht in zentraler Lage am Newski-Prospekt
(Nr. 22-24) in Sankt Petersburg.
Die erste lutherische
Kirche – eine kleine Holzkirche mit Turm und Glocke – in Sankt Petersburg
wurde im Jahr 1704 auf der Peter-und-Paul-Festung als Gotteshaus für die
in der Festung dienenden ausländischen Militärs evangelischen
Glaubens gebaut.
Neben dieser Gruppe evangelischer Christen
bildete sich eine weitere Gruppe am anderen, dem linken Newa-Ufer im Haus der russischen
Flotte. Zu ihr gehörten Angehörige verschiedener Nationalitäten, unter denen
die lutherischen Deutschen die größte Gruppe bildeten. Sie erhielten im Jahre
1710 vom Vize-Admiral, dem Niederländer Cornelis Cruys (1655–1727)
als Geschenk eine Kapelle in seinem Hof – etwa dort, wo sich jetzt die
Eremitage befindet.
Durch Erlass vom 27. Dezember 1727 schenkte Zar Peter II. dann der immer größer werdenden
Gemeinde ein Grundstück an der „Newskaja Perschpektiva“, dem heutigen Newski-Prospekt.
Hier sollten eine Kirche, eine Kirchenschule und ein Pastorat errichtet werden.
Die Baupläne erarbeitete der Patron der Gemeinde, Graf Burkhard Christoph von Münnich
(1683–1767). Am 29. Juni 1728, dem Gedenktag der Apostel Petrus und
Paulus, wurde der Grundstein zu der Kirche gelegt, die am 14. Juni
1730 als Peter-und-Paulskirche eingeweiht wurde. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts
war die Zahl der Gemeindeglieder stark angestiegen, während allerdings die
Kirche immer baufälliger und für die Gemeinde zu klein wurde. Im Jahre 1833
ließ man sie abreißen.
Der Abriss aber erfolgte nicht ohne vorher
schon den Plan zu einem Neubau gehegt zu haben: Im Mai 1833 wurde auf einer
Sitzung des Kirchenrates der Entwurf von Alexander Brüllow zum Bau
der heutigen St.-Petri-Kirche angenommen. Bereits am 21. August 1833 wurde der
Grundstein gelegt. Nach fünfjähriger Bauzeit konnte das neue Gotteshaus am Reformationstag
(31. Oktober) 1838 eingeweiht werden.
1917, im Jahr der bolschewistischen
Oktoberrevolution wurde die Kirche
verstaatlicht. Konnten anfangs in ihr noch Gottesdienste stattfinden, wurde sie
unter Stalin
vollends gesperrt: ausgerechnet am Heiligen Abend
des Jahres 1937, so dass keine Christabendgottesdienste mehr gehalten werden
konnten. Die Innenausstattung wurde beschlagnahmt und gestohlen.
In der Folgezeit stand die Kirche leer bzw.
wurde zweckentfremdet genutzt. In den 1940er und 1950er Jahren waren in dem
Gotteshaus verschiedene Lager untergebracht. Dann baute man die Kirche in der Chruschtschow-Zeit
zu einem Schwimmbad
um, das 1962 eröffnet wurde.
Es dauerte 30 Jahre, bis ein Neuanfang
möglich wurde: Am Reformationstag 1992 konnte die Petrikirche wiedereröffnet
werden und im Juni 1993 der neugebildeten Evangelisch-Lutherischen
Kirche in Russland, der Ukraine, in Kasachstan und Mittelasien
(ELKRAS) übergeben werden. Eine umfangreiche Sanierung war notwendig, bis sie
schließlich am 16. September 1997 durch Bischof
Georg Kretschmar wieder geweiht wurde.
Die am 31. Oktober 1838 eingeweihte
St.-Petri-Kirche ist bis heute erhalten. Sie wurde nach den Plänen von Alexander Brüllow erbaut
und vereinigt harmonisch das Schema einer romanischen
Basilika mit der Formensprache des russischen
Klassizismus. Mit damals 3000 Plätzen war und mit ihren 700 Plätzen ist sie
heute die größte evangelische Kirche Russlands.
Die ehemalige Walcker-Orgel, an der Peter Tschaikowsky durch den damaligen
Organisten Heinrich Stiehl Orgelunterricht erhielt, ist
allerdings verschollen.
Bei dem Gotteshaus handelt es sich um einen
eleganten Bau, der zwar von der Straße Newski-Prospekt
zurückgesetzt steht, aber dank seiner Größe sofort ins Auge fällt. Zwei Türme
hat die Kirche, die in weißem Farbbild erscheint.
Unter den vielen Kunstschätzen, die das
Gotteshaus schmückten, waren zwei Altarbilder besonders wertvoll: das Gemälde
von Hans Holbein d. J. (1497–1543) „Jesus mit
dem ungläubigen Thomas und seinen Jüngern“, das der Gemeinde
1707 von dem Hofmaler Johann Friedrich Groth
geschenkt wurde, und das große Gemälde „Jesus am Kreuz“ des berühmten russischen Malers Karl Brüllow (1799–1852).
In den Jahren 1895 bis 1897 erfuhr der Innenraum
der Kirche unter der Leitung des Architekten Maximilian Messmacher eine grundlegende
Restaurierung.
Nach Rückgabe der inzwischen zweckentfremdet
und sogar als Schwimmhalle genutzten Kirche im Jahr 1993 musste das Gebäude
einer umfangreichen Renovierung unterzogen werden. Das Schwimmbecken allerdings
gibt es immer noch: Statiker stellten fest, dass der Abriss des Betonbeckens
die Stabilität des gesamten Baus gefährden würde. Deshalb wurde das Becken nur
mit einem neuen Boden abgedeckt. Darauf stehen nun Bänke und der Altar. Der Kirchenraum ist
etwa zehn Meter niedriger als früher.
Unter dem Platz, wo ehemals der Sprungturm
stand, befindet sich der Chorraum der Kirche. Hier ist ein kleiner Andachtsraum
entstanden, der von dem russlanddeutschen Maler Adam Schmidt ausgestaltet
wurde. Er selbst hat die dort dargestellten Szenen miterlebt und berichtet so
auf authentische Weise zum Beispiel vom Lager Workuta
in Sibirien.
Der Andachtsraum soll das Zentrum einer Gedenkstätte werden.
Über dem Altar hängt seit dem 1. Advent
2006 das Gemälde „Jesus am Kreuz“ von Karl Brüllow, das auch schon vor 1917 hier
hing. Es handelt sich allerdings nur um eine Kopie, die Sergej Griwa gemalt hat.
Das Original befindet sich seit der Entweihung der Kirche im Russischen Museum
und ist dort zu besichtigen. Die ehemalige Walcker-Orgel, an der auch Peter Tschaikowsky gespielt haben soll, ist
allerdings verschwunden und wurde durch ein Orgelpositiv ersetzt.
Im Jahr 1710 – das Jahr gilt als
Gründungsdatum der Petrigemeinde – machte der Vize-Admiral Cornelis Cruys
den evangelischen Christen eine Hofkapelle zum Geschenk. Damals war die
lutherische Gemeinde zahlenmäßig überschaubar. Viele Gemeindeglieder waren mit
den ersten Zaren als deutschsprachige Neubürger gekommen, vor allem Soldaten,
viele von ihnen baltischer Herkunft, aber auch Kaufleute aus den norddeutschen
Hansestädten sowie Handwerker aus Pommern
und Ostpreußen.
Die Gemeinde wuchs ebenso wie die Stadt.
Ausdruck dieses Wachstums war die Errichtung der neuen Kirche, die 1838
eingeweiht wurde. Im Jahr 1862 zählte die Petrigemeinde 17.606 Mitglieder. 1909
waren es noch 15.000, aus allen Schichten der Bevölkerung stammend – vom
Hofadligen bis zum Handwerker. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts waren die
Pastoren der Petrigemeinde deutscher Herkunft, danach kamen russischstämmige
Pastoren und Absolventen der Universität Dorpat (Tartu) in Estland.
Einen gewaltigen Einschnitt in das Leben der
Petrigemeinde brachte das Jahr 1917 mit der Oktoberrevolution.
Ein Großteil der Gemeindeglieder floh. Die kirchlichen Gebäude wurden
verstaatlicht. Die antikirchlichen Repressalien nahmen immer mehr zu,
Verfolgungen und Verhaftungen waren an der Tagesordnung.
Unter Stalin
kam das Aus der Kirchengemeinde: 1937 wurde die Kirche geschlossen und
zweckentfremdet. Die Pastoren der Petrikirche, Paul Reichert und sein
Sohn Bruno Reichert, wurden verhaftet und 1938 erschossen.
In der Chruschtschow-Ära
wurde das Gotteshaus Badehalle.
Erst nach 50 Jahren war ein Neuanfang der
Gemeinde möglich: Eine kleine Gruppe verbliebener Christen versammelte sich seit
1988 in Puschkin bei Sankt Petersburg, um hier ihre
Gottesdienste zu feiern.
Heute ist die kleine 350 Mitglieder
umfassende Petrigemeinde wieder lebendig und aktiv. Viele der Gemeindeglieder
sind Deutsche aus anderen Teilen der ehemaligen Sowjetunion: Russlanddeutsche,
die nach 1990 vor allem aus Kasachstan und Sibirien nach Sankt Petersburg kamen. Auch Christen aus
Deutschland gehören dazu, die als Geschäftsleute oder Diplomaten hier wohnen.
Viele aber sind auch Russen, denen die orthodoxe Kirche zu eng und
nationalistisch erscheint und die die Nähe zum Luthertum
suchen. Die Gottesdienste in der St.-Petri-Kirche werden darum zweisprachig in
Deutsch und Russisch gehalten.
Nach Verlust der St.-Annen-Kirche hat sich
hier die evangelisch-lutherische St.-Annen- und St.-Petri-Gemeinde gebildet,
die zur Propstei
Sankt Petersburg in der Evangelisch-Lutherischen
Kirche Europäisches Russland im Verbund der Evangelisch-Lutherischen
Kirche in Russland, der Ukraine, in Kasachstan und in Mittelasien
gehört.
Donnerstag, 24. Dezember 2015
Christi Geburt
Heute feiern wir die Geburt Christi, welcher in der Weihnachtsnacht (laut unserer Zeitrechnung) im Jahre Null in einem Stall bei Bethlehem geboren wurde. Im Evangelium nach Lukas (Kapitel 2) wird die Geschichte so erzählt:
Es begab sich aber zu der Zeit,
daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste
und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger von Syrien war.
Und jedermann ging, daß er sich
schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph
aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die
da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war,
auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die
ward schwanger.
Und als sie daselbst waren, kam
die Zeit, da sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und
wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst
keinen Raum in der Herberge.
Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des HERRN Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HERRN leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
Und der Engel sprach zu ihnen:
Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk
widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher
ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids.
Und das habt zum Zeichen: ihr
werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen,
die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden
und den Menschen ein Wohlgefallen. Amen !
Mittwoch, 23. Dezember 2015
Die österreichische Diakonie
Die Diakonie Österreich mit Sitz in Wien ist der Dachverband
aller diakonischen evangelischen Anbieter in Österreich
und besteht aus 34 Mitgliedsorganisationen mit rund 7.500 Mitarbeitern. Die
Diakonie ist eine der fünf größten österreichischen Wohlfahrtsorganisationen
und mit dem Österreichischen Spendengütesiegel
ausgestattet. Leiter der Diakonie Österreich ist seit 1994 Pfarrer Michael Chalupka.
Die Kernkompetenzen sind Altenarbeit und Pflege, Behindertenarbeit, Gesundheit,
Kinder und Jugendliche, Ausbildung und Schulen, MigrantInnen und Flüchtlinge,
Rettungsdienst und Krankentransport, Soziale Krisen. Mit der Diakonie
Katastrophenhilfe leistet die Diakonie Österreich weltweit humanitäre Hilfe bei
Naturkatastrophen und kriegerischen Konflikten. Dabei geht es einerseits um
humanitäre Soforthilfe im Krisenfall, andererseits um den mitunter mehrere
Jahre dauernden Wiederaufbau sowie um Katastrophenvorsorge. Die Diakonie ist
Mitglied der Hilfsaktion Nachbar in Not mit dem ORF als Medienpartner.
Im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit ist die Diakonie mit der Aktion „Brot
für die Welt“ international in Projekten tätig. Die Arbeitsschwerpunkte liegen
hier in der Inklusion von Menschen mit Behinderungen, der Ernährungssicherung,
Frauenförderung, Friedensstiftung und Bildung. Sowohl die Diakonie
Katastrophenhilfe als auch Brot für die Welt Österreich sind Mitglied
der ACT Alliance.
Nach Jahrhunderten der Verbote und Aussiedlungen wurde von Kaiser Joseph II.
mit dem Toleranzpatent von 1781 die Ausübung der evangelischen
Religion in Österreich wieder gestattet. Die gesetzliche Gleichstellung mit der
römisch-katholischen Kirche erfolgte unter Kaiser Franz Joseph I. 1861 mit
dem Protestantenpatent. 1873 gründete die
evangelische Gräfin Elvine de La Tour auf ihrem Gut in Russiz bei Görz (Österreichisches Küstenland) ein Liebeswerk
für Mädchen. Im gleichen Jahr begann Pfarrer Ernst Schwarz in Waiern
in Kärnten
mit der so genannten Kinder-Rettungsarbeit. Als erster Verein wurde 1874
von seinem Bruder, Pfarrer Ludwig Schwarz, der Verein für Innere Mission
in Gallneukirchen
in Oberösterreich gegründet, aus dem 1877 das Evangelische Diakoniewerk
Gallneukirchen hervorging. Ernst Schwarz gründete später das
evangelische Diakoniewerk Waiern. Nach Gräfin de La Tours
Tod 1916 wurde ein Teil ihres Vermögens in das Diakoniewerk Evangelische
Stiftung de La Tour eingebracht. Bereits 1885 hatte sie mit ihrem Gatten das
Schlossgut Treffen am Ossiacher See für die Kinderarbeit
erworben. Somit sind die Brüder Schwarz und die Gräfin de La Tour die Begründer
der Diakonie in Österreich. 1912 wurde der Zentralverein für Innere Mission
gegründet, der nach dem Zweiten Weltkrieg in Evangelischer Zentralausschuss
für Innere Mission und später in Evangelischer Zentralausschuss für
Innere Mission und Diakonie in Österreich umbenannt wurde. Dieser Verein
wurde vom Diakonischen Werk für Österreich abgelöst, heute als Diakonie
Österreich bekannt. Drei von den 34 Mitgliedsorganisationen sind ständige
Mitglieder des Diakonischen Rates mit Sitz und Stimme: das Evangelische
Diakoniewerk Gallneukirchen, die Diakonie Kärnten und das Diakonie-Zentrum
Spattstraße in Linz,
die drei größten diakonischen Anbieter Österreichs.
Das 1877 gegründete Evangelische Diakoniewerk
Gallneukirchen ist die größte und älteste diakonische
Einrichtung in Österreich. Das Mutterhaus Bethanien liegt in der oberösterreichischen
Kleinstadt Gallneukirchen im Unteren Mühlviertel, rund 14 Kilometer
nordöstlich der Landeshauptstadt Linz.
In den zahlreichen Tätigkeitsfeldern sind über 3200 Menschen beschäftigt, die
an über 100 Standorten in fünf Bundesländern sowie in Rumänien
und Bosnien und Herzegowina wirken. Das
Diakoniewerk Gallneukirchen betreut die Einrichtungen in Hermannstadt in Siebenbürgen
(Rumänien)
und in Mostar
in Bosnien und Herzegowina. Die Diakonie
Kärnten ist die zweitgrößte diakonische Einrichtung in Österreich und
Dachverband für die beiden Diakoniewerke in Kärnten, das Diakoniewerk
Evangelische Stiftung de La Tour und das Evangelische Diakoniewerk Waiern.
Diese Diakonie verfügt über mehrere Standorte in sieben Kärntner Gemeinden. Das
Diakonie Zentrum Spattstraße in Linz kümmert sich seit rund 50 Jahren um
das Wohl von Kindern und Jugendlichen in Ober- und Niederösterreich. Die
Diakonie ist im Eigentum der Evangelisch-methodistischen
Kirche. An zehn Standorten der drei Regionalstellen sind rund 500
Mitarbeiter im Einsatz. Eine andere große diakonische Einrichtung ist die Diakonie
Eine Welt gem. GmbH. Sie vereint die Arbeitsbereiche Flüchtlingsarbeit,
Bildungsarbeit (speziell in Wien), Katastrophenhilfe sowie
Entwicklungszusammenarbeit. Die Diakonie Eine Welt GmbH wurde 2009 gegründet.
Sie ist für die Führung und Weiterentwicklung des Evangelischen Hilfswerks in
Österreich und des Evangelischen Schulwerkts A.B. Wien verantwortlich. Rektor
ist Michael Bubik. Im Auftrag der Diakonie Österreich verwaltet die Diakonie
Eine Welt die Organisationen Diakonie Austria, Diakonie Katastrophenhilfe und
Brot für die Welt in Österreich. Gemeinsam mit der Dreikönigsaktion der
Katholischen Jungschar führt sie das Projekt „fair share“. Seit 2012 ist die
Diakonie Eine Welt an Oikocredit beteiligt. Weiters gibt es Anbieter im Burgenland
sowie in der Steiermark, die Heilsarmee
und die Johanniter-Unfallhilfe. Die Diakonie ist ökumenisch
ausgerichtet, darum gehören unter anderem die Altkatholische Diakonie
der Altkatholischen Kirche Österreichs, die Heilsarmee
Österreich und der Hilfsverein der Baptisten in Österreich zu den Mitgliedern der
Diakonie Österreich. In Europa arbeiten mehrere Diakonische Werke verschiedener
Länder in „Eurodiaconia“ zusammen.
Sie vertreten damit gemeinsam die Interessen der Mitgliedsverbände gegenüber
den europäischen Institutionen. Weltweit sind die diakonischen Werke in einem
Weltverband zusammengeschlossen. Die europäischen Verbände sind in der
Regionalversammlung „Europ-Africa“ eingebunden. Das Logo der Diakonie enthält
das Kronenkreuz,
das Richard Boeland von der Kunstschule Berlin im Jahre 1925 entworfen hatte.
Es stellte ursprünglich die künstlerische Verbindung der Buchstaben I und M
(Innere Mission) dar. Bekannt wurde es aber als Kronenkreuz, wobei das zu
erkennende Kreuz für Not und Tod steht und die Krone für Hoffnung und
Auferstehung. Das Signet wurde bei der Gründung des Diakonischen Werkes der Ev.
Kirche in Deutschland im Jahre 1957 als eigenes Symbol übernommen.
Abonnieren
Posts (Atom)

























