Sonntag, 9. Dezember 2018

Der slowenische Luther

Primož Trubar (Primus Truber), Slowenischer Luther



Die Leistungen des protestantischen Reformators und  Schriftstellers Primus  Truber (1508–1586) sind von ausschlaggebender  Bedeutung  für die slowenische Kultur. Er war Autor der ersten Bücher in slowenischer Sprache (Abecedarium und Catechismus, 1550) und der erste Übersetzer der Bibel in die slowenische Sprache (Psalmen, 1566; das ganze Neue Testament 1582). Truber  wird heute als Begründer der slowenischen Literatur und  der modernen slowenischen Schriftsprache geehrt, da er das erste theologische und  juristische Wörterbuch  verfasst hat.
Truber spielte eine große Rolle bei der Gründung der slawischen protestantischen Druckerei in Urach, wo auch einige seiner Werke gedruckt wurden. Im Zeitraum von 1550 bis 1586  schrieb er oder übersetzte etwa 30 Bücher. Er ließ auch das erste slowenische Gesangbuch  drucken.
 
TRUBERS LEBEN

Primus Truber wurde am  9. Juni 1508 in Rašica, einem Dorf  siebzehn Kilometer südlich von  Laibach geboren. Sein renoviertes Geburtshaus wurde 1986 anlässlich seines 400. Todestages der Öffentlichkeit  als sein Gedenkhaus zugängig gemacht, und es kann auch heute noch  besichtigt werden (Trubarjeva domačija na Rašici, Gemeinde Velike Lašče). Trubers Vater Miha arbeitete als Müller, und der kleine Primus bemerkte schon sehr früh die  Frömmigkeit seines Vaters, von der er später oft schrieb. Truber hat seine Ausbildung im Jahr  1520 oder 1521 in Rijeka angefangen.  Dann ging er nach Salzburg, wo er seine Ausbildung an der Schule des Benediktinerklosters St. Peter fortführte. Während seines dreijährigen Aufenthaltes in Salzburg sang er im Kirchenchor sowie auf der Straße, um etwas Geld zu verdienen. In dieser Stadt lernte er den Bischof  Pietro Bonomo (1458–1546) aus Triest kennen, und bald danach wurde er  Leiter des Chores im Triester Dom und  persönlicher Sekretär von Bonomo. In Triest setzte Truber auch seine Studien (einschließlich der Theologie und Vertiefung seiner  Sprachkentnnisse) fort,  wobei er von den humanistischen Ideen  stark beeinflusst  wurde.
Anfang 1528  wurde Truber an die Wiener Universität geschickt, um  dort sein Studium fortzusetzen. Kurz nach seiner Ankunft  war er bei  der öffentlichen Verbrennung des Anabaptisten Balthasar Hubmaiers und bei der Ertränkung dessen Frau anwesend. Diese Erfahrung erschütterte ihn  sehr stark  und sie spielte später eine große Rolle bei seiner Bekehrung zum Protestantismus. Wien musste er in der Zeit um Ostern 1529 verlassen,  kurz vor der Belagerung der Stadt durch die Türken.  Primus kehrte nach Triest zurück, wo  Bonomo ihn  1530 zum Priester weihte. Seine erste Pfarrei war die Pfarre Laško in Slowenien. Zu dieser Zeit war Truber  mit der Lektüre von Luthers Werken und Schriften der  Schweizer Reformatoren beschäftigt und sie alle, zusammen mit den Werken von Erasmus, die  ihm noch vom Studium in Triest bekannt waren, hatte einen großen Einfluss auf seine Theologie.  1536 folgte Truber einem Ruf als Prediger an die Domkirche St. Nikolaus in Laibach. Dort begann er, offen eine religiöse, moralische  und institutionelle Erneuerung der Kirche zu verlangen.  Er unterhielt auch Kontakte zu den städtischen protestantischen Laien.  In den 40er Jahren des 16. Jahrhunderts fing er an, das Abendmahl  sowohl auf katholische, als auch auf protestantische Weise zu feiern.  Infolge der Niederlage des Schmalkaldischen Bundes  kam es zur raschen Stärkung der katholischen Position, so dass der katholische Bischof von Laibach Urban Textor alle reformistischen Priester aus seinem Territorium vertreiben wollte. Im August 1548 musste  Truber  Laibach zum zweiten Mal  verlassen. Er ging zuerst nach Nürnberg, wo der  Prediger  Dietrich Veit (1506-1549) ihm Zuflucht bot. Erst dann verließ  er förmlich die katholische Kirche und wandte sich  dem Luthertum zu. 
Mit dem Empfehlungsschreiben von Veit versehen,  bekam Primus eine Anstellung als Frühprediger  in  Rothenburg ob der Tauber, wo er  den  entscheidenden Anstoß dazu bekam,  die Ideen der Reformation auch seinen slowenischen Landsleuten in ihrer Sprache zugänglich zu machen. Später schrieb er: «Die  große Liebe, die ich für euch (meine Landsleute) habe, mein Priesterberuf, von Gottes  Gnaden mir gegeben, und der Befehl Gottes verpflichten mich dazu, das zu tun».  So verfasste er den Katechismus, das erste Buch in slowenischer Sprache, gedruckt im Jahre  1550. Die Inspiration dazu  fand er in  den Katechismen von  Luther und Brenz.  Das Buch enthält  mehrere Litaneien, Hymnen, biblische Expositionen, sowie den Text von  Matthias Flacius Illyricus über den wahren Glauben,  der  Flacius’ Magisterarbeit entnommen wurde. Unmittelbar nach dem ersten Buch wurde auch das zweite Werk Trubers,  Abecedarium, gedruckt, das besonders der slowenischen Jugend  bestimmt  war. Mit diesen Büchern  legte Truber die Grundlage für die  slowenische Literatursprache.  Nach 5 Jahren in Rothenburg, wo er geheiratet hatte und  wo sein erster Sohn, Primus der Jüngere, geboren wurde, zog er nach Bayern, in die Stadt Kempten, wo er von 1553 bis 1561 als Pastor wirkte.
1555 begann seine Korrespondenz  mit Heinrich Bullinger in Zürich, auf Veranlassung von Peter Paul Vergerius dem Jüngeren. Vergerius hatte nämlich mit  dem Zürcher Herausgeber Gessner vereinbart, dass dieser  Trubers Übersetzung des Neuen Testaments in slowenischer Sprache drucken sollte. Obwohl diese Pläne  nicht realisiert wurden,  setzte  Truber seinen Briefwechsel  mit Bullinger und die Lektüre seiner Bücher  fort. Ende 1559  befand sich Truber inmitten der  Kontroverse um die Sakramentenlehre und er wurde des  Krypto-Calvinismus beschuldigt (die unterschiedliche Abendmahlsauffassung war einer der wichtigsten Streitpunkte zwischen Lutheranern und Calvinisten). Herzog  Christoph von Wűrttemberg  verbot  den Druck von Trubers Werken und ließ alle Schriften Trubers einer scharfen Kontrolle unterziehen. Dadurch wollte er überprüfen, ob Truber in seine vorherigen Werke  Elemente der Abendmahlsauffassung Zwinglis  eingebaut hatte. Truber  verwahrte sich gegen diesen Vorwurf  und äußerte seine Übereinstimmung mit der lutherischen Abendmahlsauffassung:  mit  Brot und Wein werde der wahre Leib und das wahre Blut Christi  in der Eucharistie ausgeteilt.
Während  Truber Pläne für seine Rückkehr nach Slowenien schmiedete, begann  seine Zusammenarbeit mit   Hans Ungnad, Freiherrn von Sonnegg, der zu dieser Zeit in Urach bei Tübingen lebte. Mit Unterstützung des Herzogs Christoph gründete Ungnad die slawische protestantische Druckanstalt, und  Truber übernahm  eine Pfarre in Urach.  Er lebte nur ein Jahr in Urach, als er sich zur Rückkehr nach Laibach entschied, wo er  zum lutherischen Superintendenten (Bischof) in Laibach ernannt wurde. 1565 wurde Truber zum dritten Mal  aus  Laibach vertrieben.
Truber kehrte  wieder nach  Deutschland zurück und übernahm die Pfarre in Lauffen am Neckar. Dort  blieb er ein Jahr und  gab die  slowenische Übersetzung der Psalmen heraus. Danach zog er nach  Derendingen (die heutige Vorstadt von Tübingen), wo  er  als  Pfarrer eingesetzt wurde, aber er fuhr mit dem Übersetzen fort.  Als 1580 sein  Werk Concordia erschien,  schickte Truber seinen Sohn Felician (1555-1602) auf österreichische und slowenische  Territorien, um  von  den dortigen Priestern  Unterschriften zur Unterstützung zu sammeln.  Truber starb am  28. Juni 1586, im Alter von 78 Jahren.  Jakob Andreae  hielt ihm  die Leichenpredigt.  Er  wurde auf dem Kirchhof der  St.  Gallus-Kirche begraben. An Truber erinnert  auch ein Epitaph in der Kirche. 
Trubers Söhne Primus der Jüngere (1550-1591) und Felician waren auch Priester. Primus  der Jüngere  war Pfarrer in Kilchberg, während Felician  von 1591 bis 1599 Vaters Nachfolger im Amt des Superintendenten  in Laibach war. Er  starb 1602 als Priester in  Grüntal im  Schwarzwald.
 
500.  GEBURTSJUBILÄUM  VON PRIMUS TRUBER

Im Juli  2008. wurde das 500. Geburtsjubiläum von Truber gefeiert, nicht nur in Slowenien, sondern auch in Deutschland und in anderen Ländern, einschließlich Kroatiens.  Die UNESCO hat  dieses Jubiläum in die Liste der bedeutenden Jubiläen aufgenommen.  Im Mai 2008 hat die Europäische Zentralbank die 2-Euro Gedenkmünze mit Trubers Porträt in Umlauf  gebracht. Das Gedenkjahr begann mit der Enthüllung seiner Büste in der National- und Universitätsbibliothek in Ljubljana - die Büste ist am 7. Februar 2008  vom slowenischen Staatspräsidenten enthüllt worden. Eine Reihe von Ausstellungen, internationalen Konferenzen, Konzerten, Ausflügen und anderen Veranstaltungen wurde im Laufe des Jahres organisiert, in dem  Slowenien für sechs Monate die Ratspräsidentschaft in der Europäischen Union übernommen hat. Über Trubers Leben wurde auch ein Dokumentarfilm gedreht. Sein Bild zierte früher  den slowenischen Tolar
 
 
Werke:

-    Katekizam (1550) das erste Buch in slowenischer Sprache. Die Inspiration dazu  fand er in  den Katechismen von  Luther und Brenz.  Das Buch enthält  mehrere Litaneien, Hymnen, biblische Expositionen, sowie den Text von  Matthias Flacius Illyricus über den wahren Glauben,  der  Flacius' Magisterarbeit entnommen wurde.    
 
Abecedarij (1550), das besonders der slowenischen Jugend  bestimmt  war. Mit diesen zwei Büchern  legte Truber die Grundlage für die  slowenische Literatursprache.

-    Ta evangeli sv. Matevža (1555).
-    Ena molitov tih krščenikov, kir so zavolo te prave vere v Jezusa Kristusa pregnani (1555).
-    Ta prvi dejl tiga noviga testamenta (1557).
-    Ta slovenski koledar (1557).
-    En regišter…Ena kratka postila (1558).
-    Ta drugi dejl tiga noviga testamenta (1560).
-    Sv. Pavla ta dva listi (1561).
-    Artikuli oli dejli te prave stare vere krščanske (1562)
-    Cerkovna ordninga (1564)           
-    Ta celi psalter Davidov (1566).
-    Ta celi Katehismus (1567).
-    Sv. Pavla listuvi (1567).
-    Ena duhovska pesem (1567).
-    Eni psalmi (1567).
-    Tri duhovske pejsni (1575).
-    Noviga testamenta pusledni dejl (1577).
-    Ta prvi psalm ž nega trijemi izlogami (1579).
-    Ta celi novi testament (1582).
-    Hišna postila (1595).

Montag, 26. November 2018

Lars Müller-Marienburg

Er ist der erste
homosexuelle Superintendent

Lars Müller-Marienburg spricht offen über seine sexuelle Orientierung

Der katholische St. Pöltner Bischof Klaus Küng hat ihm im Juni zu seinem Wahlsieg gratuliert. Eine nicht ganz unwichtige Geste. Denn Lars Müller-Marienburg ist der erste homosexuelle Superintendent der evangelischen Kirche.

Am 15. Oktober wird der 39-Jährige von Bischof Michael Bünker in Wiener Neustadt feierlich in sein Amt eingeführt. Dafür hat der gebürtige Deutsche die österreichische Staatsbürgerschaft angenommen, die für dieses Amt Voraussetzung ist. Sein Wirken hat nach der Wahl vom 18. Juni bereits am 1. September begonnen. "Niederösterreich lerne ich erst kennen", sagte er in einem Pressegespräch in St. Pölten.

….hier weiterlesen: https://www.news.at/a/erster-homosexueller-superintendent-7635876?fbclid=IwAR2SsYnYWlZe4PeO7PdAFDGMaVo2j01plehKmL0mvIVr7XeI4zzCtpwv63Y

Samstag, 10. November 2018

Oberschützen: evangelisch beeinflusst

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zum Königreich Ungarn, dessen westlicher, deutschsprachiger Teil nach den Verträgen von St. Germain und Trianon der Republik Österreich zugesprochen wurde.
Zur Zeit des ungarischen Grenzschutzsystems Gyepű war Oberschützen eine Siedlung freier, ungarischer Bogenschützen. Diese wurden nach Beteiligung an dem Aufstand 1271 in die Nähe von Güssing vertrieben und es siedelten deutsche Kolonisten. Vom 1392 erfolgten Kauf und Anschluss an die Herrschaft Bernstein durch die Kanizsay bis zum Freikauf von der Herrschaft 1840 war Oberschützen Teil dieser. In der Zeitspanne von der Excorporation aus Ungarn 1447 bis zur Reincorporation 1647 war es mit dem gesamten Rest der Herrschaft Teil Niederösterreichs.
In den Jahren 1822 bis 1827 terrorisierte die Räuberbande Stradafüßler das Grenzgebiet zur Steiermark und Niederösterreich. Das heutige Burgenland wurde von der Bande als Rückzugsraum genutzt und besonders das ehemalige Waldwirtshaus in der Sixtina sowie das heute nicht mehr existierende Waldwirtshaus in der Wartenau bei Unterschützen waren oft Treffpunkt der Stradafüßler.[3] Ihr Anführer, der berühmt berüchtigte Holzknechtseppl, unterhielt eine Liebesbeziehung mit Anna Weber, der Besitzerin des Waldwirtshauses in der Wartenau. Der Legende nach wurde die Bande am 12. März 1827 von alarmierten Soldaten dort verhaftet und nach Pinkafeld gebracht, wobei Historiker dieses konkrete Datum anzweifeln.[4]
Seit 1898 durfte offiziell – aufgrund der Standardisation der geografischen Namen – nur der ungarische Ortsname Felsőlövő verwendet werden.

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Die Bevölkerung von Oberschützen hatte schon im 16. Jahrhundert die Reformation angenommen und blieb auch während der Zeit der Gegenreformation überwiegend evangelisch. Gleich nach dem Toleranzpatent von 1781 wurde eine Pfarrgemeinde gegründet, zu der anfangs auch Oberwart und Unterschützen gehörten. Mit dem Bau der Kirche wurde 1783 begonnen; am 27. November 1785 konnte sie eingeweiht werden. Der Turm wurde 1803 durch den Baumeister Matthias Preising aus Pinkafeld errichtet. 1861/1862 erfolgte ein Umbau mit einer Erhöhung des Kirchenschiffes und der Aufstellung einer neuen Einrichtung. 1863 wurde der Turm repariert.
Von 1818 bis 1848 wirkte Gottlieb August Wimmer als Pfarrer an der Kirche. Er gründete 1845 ein „Armenschullehrerseminars“ und 1846 das Evangelische Gymnasium Oberschützen. Wegen seiner Beteiligung an der ungarischen Revolution musste er nach Deutschland auswandern. Einer seiner Nachfolger war Theophil Beyer, ab 1916 Pfarrer und von 1924 bis 1940 zugleich erster Superintendent der Superintendentur A. B. Burgenland.
Der große rechteckige Kirchenbau hat zwei Fensterreihen und ein Rundbogenfries an den Längswänden. Der Westturm hat ein reich dekoriertes Obergeschoß und trägt einen Zwiebelhelm. An der Ostwand steht ein kleiner Sakristeianbau mit einem Fünfachtelschluss.
Das Langhaus zeigt sich als heller Raum ohne Jochteilung unter einer flachen Decke mit einer Empore über drei Seiten auf Gußeisenstützen.
Der Kanzelaltar schuf 1862 der Tischlermeister Schranz mit dem Vergolder Franz Rohrer. Der hohe Altaraufbau zeigt zwischen Säulen ein Altarbild von Carl Johann Nepomuk Hemerlein und hat über einem Gesims eine Kanzelkorb zwischen Vasenpodesten und hat über einer Rückwand einen baldachinartigen Schalldeckel.
Das Taufbecken hat eine Buckelschale aus Marmor als Stiftung von 1785 und trägt auf dem Deckel ein plastische Täufergruppe.
Die Orgel baute Carl Hesse (1862).

Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche Unterschützen A. B. steht im Dorf Unterschützen in der Gemeinde Oberschützen im Bezirk Oberwart im Burgenland. Die Pfarrkirche gehört zur Superintendentur A. B. Burgenland und steht unter Denkmalschutz
.
Die Kirche wurde von 1859 bis 1861 erbaut und 1863 zur Pfarrkirche erhoben. Von 1972 bis 1974 wurde die Kirche restauriert.
Der große neugotische Kirchenbau hat einen schmächtigen Südturm mit einem Spitzhelm. Das Langhaus mit zwei Fensterreihen hat eine Apsis in gleicher Breite mit einem Dreiachtelschluss, die Fassade hat Strebepfeilern.
Der vierjochige Saalraum hat flache Platzlgewölbe zwischen Gurten und über der Apsis ein Platzlgewölbe mit Kappen zwischen Gurten. Die dreiseitige Empore hat eine durchbrochene Holzbrüstung.
Der hohe Kanzelaltar in barocken Formen nennt den Maler J. Rohrer und den Tischler J. Stoka mit 1861. Das Altarbild Auferstehung malte Johann Rohrer. Ein Luster aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat Holzschnitzerei am Glasprismenbehang.
Die Orgel baute 1870 Friedrich Werner aus Graz.

Neuhaus am Klausenbach: evangelisch beeinflusst

Urkundlich ist Neuhaus erstmals mit dem Jahre 1213 bekannt. Von 1213 bis 1332 war Neuhaus im Besitz der Abtei St. Gotthard. Im Jahre 1478 wurde der Ort erstmals zum Markt erhoben. Ab 1607 gehört der Ort zur Herrschaft der Familie Batthyány.[2]
Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Vasdobra verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes). Marktgemeinde ist Neuhaus am Klausenbach seit 1992 (durch VO 74).


Die Evangelische Pfarrkirche A. B. ist ein evangelisch-lutherisches Kirchengebäude in Neuhaus am Klausenbach. Es steht über dem Ort am Hang des Burgberges neben der römisch-katholischen Stephanskirche.
Das Gebäude wurde 1794 als Toleranzbethaus errichtet. Nach einer Inschrift am Südportal erfolgte die Umgestaltung zur von außen aus solche erkennbaren Kirche mit Kirchturm im Jahr 1801. Das Kirchenschiff mit Flachdecke und umlaufender Empore auf Eisenstützen im klassizistischen Stil mit eingezogenem niedrigem Polygonalchor hat im Süden einen Fassadenturm mit einem hohen Zwiebelhelm. Die Kirchenfenster haben eine reich gegliederte Rahmung. Der einfache Kanzelaltar ist aus dem Jahre 1801. Die Kirche und das Pfarrhaus erfuhren Mitte des 19. Jahrhunderts eine Erweiterung, daneben wurde ein Wirtschaftsgebäude errichtet, das als Gemeindesaal genutzt wurde. 1894 erhielt der Kirchturm eine Uhr sowie einen Taufstein aus Berlin. Das Altarbild mit einer Darstellung von Jesus in Getsemani stammt ebenfalls vom Ende des 19. Jahrhunderts. 1905 erhielt die Evangelische Pfarrkirche Neuhaus am Klausenbach eine 1981 und 2003 renovierte Orgel. Die Glocken wurden im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen und 1949 durch neue ersetzt. 1981 erfuhr die Kirche anlässlich der Feier zu 200 Jahren Toleranzpatent eine umfassende Sanierung. Das Pfarrhaus wurde 2007 saniert. In diesem Jahr erhielt die Gemeinde auch einen neuen Gemeindesaal.
















































Lutzmannsburg: evangelisch beeinflusst

Die ersten Besiedelungen im Gemeindegebiet von Lutzmannsburg führen auf einen Zeitraum von etwa drei bis fünf Jahrtausenden bis in die Jungsteinzeit zurück.[2]
Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.
Für die Zeit des Römischen Reichs, in der das Gebiet zur Provinz Pannonien gehörte, lässt sich im Bereich der Lutzmannsburger Weinberge eine größere Siedlung nachweisen. Im Frühmittelalter, während der Zeit der Völkerwanderung, besiedelten Goten, Hunnen, Langobarden, Slawen, Awaren und andere Stämme die Region um Lutzmannsburg, ehe es gegen Ende des 8. Jahrhunderts von Karl dem Großen in die Awarenmark seines Reiches eingegliedert wurde. Daraus erfolgte eine fränkisch-bayrische Besiedelung. Als das Erzbistum Salzburg im Jahr 796 das Gebiet zwischen Donau und Plattensee zur Mission zugeteilt wurde, hielt auch in Lutzmannsburg die Christianisierung Einzug. Nach Einzug der Magyaren und der Heirat des ungarischen Königs Stephan I. mit der bayerischen Herzogtochter Gisela der späteren Königin von Ungarn, kamen nach der Jahrtausendwende zahlreiche bayerische Adelige ins Land.
Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1156 zurück, als der ungarische König Géza II. den Rittern Gottfried und Albrecht für treue Kriegsdienste das Dorf „Lusman“ verlieh. Nachdem der Ort bereits damals als Markt bezeichnet wurde, zählt Lutzmannsburg zu den ältesten Marktgemeinden des Burgenlandes. Um 1171 wurde am heutigen Kirchberg eine Komitatsburg errichtet, aus der sich der heutige Name ableitet.
Der Ortsteil Strebersdorf wird erstmals 1195 in einer Schenkung des Provinzverwalters (Banus) Dominicus an das Stift Heiligenkreuz erwähnt.
Durch kriegerische Auseinandersetzung zwischen Ungarn und Österreich kam es zum Verfall der Lutzmannsburger Burg, die um 1263 nicht mehr bewohnbar war. Die Befestigung wurde auf Grund ihrer kurzen Bestandszeit nicht wie die meisten anderen Komitatsburgen städtisch überbaut. Wo die „modernen“ Zerstörungen durch die beiden Friedhöfe und den Straßenbau noch nicht zu weit fortgeschritten sind, sind Wall und Graben selbst heute noch gut im Gelände erkennbar.
Am Ende des 13. Jahrhunderts wurde das gesamte Gebiet aus königlichem Besitz in das Eigentum der Güssinger Grafen übertragen. In weiterer Folge gehörte das Gebiet von Lutzmannsburg zur Burg Güns, die 1445 vom deutschen König und späteren Kaiser Friedrich III. erobert wurde.
Obwohl das Dorf 1529 und 1532 infolge der Türkenkriege völlig zerstört wurde, konnte es wieder rasch aufgebaut werden.
Der um 1570 evangelisch gewordene Ort war im 17. Jahrhundert Sitz des Archidiakonats, zu dem alle Orte Westungarns gehörten. Aufgrund der Gegenreformation 1674 und des Toleranzediktes 1781 durch Kaiser Joseph II. gibt es im Ort sowohl eine katholische als auch eine evangelische Kirche.
Ursprünglich lag der Markt Lutzmannsburg am Bett der Rabnitz. Da diese immer wieder über ihre Ufer trat und das Dorf überschwemmte, wurden in den 1820er-Jahren die Häuser des Ortes nördlich der Rabnitz auf eine Anhöhe hinauf gebaut. Die Hofstatt, die heute noch am Bett der Rabnitz liegt, wurde im Jahr 1965 abermals vom Hochwasser heimgesucht.
Ab 1898 musste auf Grund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Locsmánd verwendet werden.
Da Lutzmannsburg kein Frontgebiet war, blieb der Ort während des Ersten Weltkriegs weitgehend verschont und es kam zu keinen Kriegsschäden. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).
Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs war bei Lutzmannsburg der Südostwall abgesteckt. In der Umgebung von Lutzmannsburg überschritt 1945 die Rote Armee die Grenze zu Österreich. 1948 kam es als Folge des Kalten Krieges an der Gemeindegrenze zu Ungarn zur Errichtung des Eisernen Vorhangs, womit Lutzmannsburg nach Osten und Süden isoliert war.
Bedingt durch den Ungarischen Volksaufstand war Lutzmannsburg in der zweiten Novemberhälfte 1956 Auffanglager für ungarische Flüchtlinge.
Ab 2. Mai 1989 wurde der Eiserne Vorhang wieder abgebaut. In der Folge wurde unmittelbar hinter der Therme ein „Kleiner Grenzübergang“ für Fußgänger und Radfahrer zu Ungarn errichtet. Am 21. Dezember 2007 wurde die Grenzstation auf Grund des Schengener Abkommens aufgelassen. 



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Mühlgraben im Burgenland: eine protestantische Gemeinde

Mühlgraben, vor 1921 „Malomgódór“ genannt, war bis 1970 eine selbständige Gemeinde. Von 1971 bis 1992 wurde die Gemeinde ein Ortsteil von Neuhaus am Klausenbach. Aus einem Siedlungsbuch geht hervor, das der Ort erstmals 1387 mit dem Namen „Mechnuk“ genannt wurde. Der Ortsname verdankt seine Entstehung vermutlich einem Rinnsal, an dem eine Mühle stand. Weitere Namen sind im Siedlungsnamensbuch zu finden: 1555 „Milihgrom“, 1660 „Melgrob“, 1698 „Milgrom“ und seit 1751 „Mühlgraben“ (Urbar von Neuhaus am Klausenbach).
Im Jahre 1958 wurde in Mühlgraben mit dem Bau einer Volksschule begonnen, die bereits ein Jahr später fertiggestellt war. Erst mit diesem Moment begann das gesellschaftliche Zusammenwachsen innerhalb der Gemeinde; früher waren die Kinder des Ortes in den Schulen der umliegenden Gemeinden unterrichtet worden. 1973 wurde in Mühlgraben mit dem Bau eines Sportplatzes begonnen. Im Jahre 1985 entstand die Kindergartengruppe Mühlgraben als Teil des Kindergarten Neuhaus/Klb. 1991 wurde der Kindergartenbetrieb wieder eingestellt. Diese Maßnahme war wohl letztendlich der Anlass für eine neuerliche Trennung von der Großgemeinde Neuhaus. Auf Initiative des Elternvereines wurde der Kindergarten umgebaut und noch im Herbst desselben Jahres als Privatkindergarten wieder eröffnet. Nach der Gemeindetrennung übernahm die Gemeinde wieder den Betrieb. Seit Jänner 2003 hat die Gemeinde nach vormaliger Verwaltungsgemeinschaft mit Neuhaus am Klausenbach auch wieder ihre eigene Gemeindeverwaltung inne (inklusive Standesamt). Die Einwohner von Mühlgraben sind zu 53 % Protestanten und zu 40 % Katholiken.

Wappen von Mühlgraben
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Reformationsfeiertag 2018

Im 501. Jahr unserer Reformation waren wir wie jedes Jahr in der Stadtkirche in Wien beim Gottesdienst. Er stand ganz im Zeichen der Erneuerung, immerhin ist die Zahl 501 eine junge hippe. Kenner der jungen Jeansmode kennen die Erzeugnisse der Firma Levi Strauss recht gut. Und auch die Predigt stand im Zeichen der Jugendlichkeit. Ein wirklich berührendes Fest der Liebe und ein festes Zeugnis unseres Glaubens. Evangelisch zu sein ist wieder "in".