Die Bekenntniskirche ist ein evangelisch-lutherisches Kirchengebäude im
22. Wiener Gemeindebezirk Donaustadt.
Die Bekenntniskirche befindet sich im Bezirksteil Hirschstetten.
Sie ist ein Werk des Architekten Sepp Schuster
und wurde 1955/1956 errichtet. Das schlichte, frei stehende Bauwerk im Stil der
1950er Jahre besitzt einen Kirchturm mit quaderförmigem Grundriss und ein
angeschlossenes Gemeindezentrum. Das Kirchengebäude steht unter Denkmalschutz.
Die Bekenntniskirche ist eines von mehreren evangelischen Kirchengebäuden Sepp
Schusters. Im 14. Wiener Gemeindebezirk Penzing
realisierte er rund zehn Jahre später auch die Trinitatiskirche. Die in der Kirche
beheimatete Pfarrgemeinde Donaustadt gehört zur Evangelischen Superintendentur A. B.
Wien. Sie geht auf eine 1926 gegründete Predigtstation in Stadlau
zurück, die von der Pfarrgemeinde Floridsdorf (mit Sitz in der Evangelischen Kirche Floridsdorf) betreut
wurde. Diese Predigtstation wurde 1953 zur Tochtergemeinde Stadlau und
schließlich 1955 zur eigenständigen Pfarrgemeinde Donaustadt. Der Grundstein
zur Bekenntniskirche wurde am 10. Juli 1955 gelegt, am 18. November 1956
erfolgte die Einweihung der Kirche.
Dienstag, 22. Dezember 2015
Montag, 21. Dezember 2015
Die evangelische Schule am Karlsplatz
Evangelische
Schule (4, Karlsplatz 14; Schule der
evangelischen Gemeinden), erbaut 1860-1862 in Formen der italienischen
Renaissance von Theophil Hansen. An der Hauptfront vier
Evangelistenstatuen von Vinzenz Pilz.
Durch die Nationalsozialisten wurde 1938 die bis dahin als Privatschule
geführte Anstalt in eine öffentliche Volks- und Hauptschule umgewandelt, im
Winter 1944 das Gebäude zu einer Kaserne umfunktioniert. Nach schwerer
Kriegsbeschädigungen (1944/1945) von Friedrich Albrecht wiederhergestellt
(Baubeginn 1951) und am 5. Juni 1962 wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung
zugeführt.
Das
Gebäude selbst ist das zweitälteste auf der Ringstrasse errichtete Haus (älter
ist nur mehr das Gebäude der Wiener Kaufmannschaft). Interessanterweise wurde
in der Evangelischen Volks- und Haupt(jetzt Mittel)schule am 1. November 1874
die erste Fachschule für Buchdrucker- und Schriftgießerlehrlinge gegründet. Der
Unterricht, von 5 Prinzipalen geleitet, beginnt einen Tag später. Die Schule
soll nach meiner Recherche nach bis mindestens 1881 (Gründung einer eigenen
fünfjährigen Lehrlingsschule im Styria Verlag) bzw. sogar 1888 (Gründung der
Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt) dort bestanden haben. Die Schule selber
feierte am 8. Juni 2012 ihren 150. Geburtstag. Heute sind dort rund 300
Volksschüler, 200 Mittelschüler ei Hort und eine Musikschule untergebracht. Die
evangelische Schule ist eine der ersten Schulen, in der Buben und Mädchen
(zunächst allerdings noch getrennt nach Geschlechtern) unterrichtet wurden.
Gemischte Klassen gibt es seit 1980. Während des Krieges in den letzten Monaten
als Volkssturmkaserne genutzt brannte die Schule vollständig aus und konnte
erst 1962 wieder den Vollbetrieb aufnehmen.
Evangelische Schulen.
Die Anfänge des evangelischen Schulwesens reichen in
die Reformationszeit zurück. Ende des 16. Jahrhunderts gab es in Österreich
über 1.000 evangelische Elementar-, Latein-, Landschafts- und Stadtschulen; das
Grund- und Mittelschulwesen stand stark unter protestantantischem Einfluss. Um
1600 mussten im Zuge der Gegenreformation aufgrund kaiserlicher Dekrete
und Verordnungen sämtliche Evangelischen Schulen geschlossen werden. Als in
Wien aufgrund des Toleranzpatents vom 13. Oktober 1781 die Gläubigen beider
evangelischen Bekenntnisse ab 1783 in eigenen Bethäusern wieder Gottesdienste
abhielten, wurde auch der Wunsch nach einer eigenen protestantischen Schule
laut. Ein Legat des 1791 verstorbenen Kaufmanns Himly (Vorsteher der
evangelischen Gemeinde Helvetisches Bekenntnis) in Höhe von 2.000 Gulden schuf
auch die materielle Basis für einen Schulfonds. Am 22. November 1793 wurde von
beiden Gemeinden eine "Schuldeputation" eingesetzt, welche die
Errichtung einer gemeinsamen Schule vorantreiben sollte (siehe auch Karl Wilhelm Hilchenbach); sie wurde am 10.
Juni 1794 von Superintendent Johann Georg Fock (1783-1796) eröffnet,
allerdings fand der Unterricht (in Ermangelung eines eigenen Schulgebäudes) in
den beiden Pfarrhäusern statt.
Der große Andrang machte 1802 und 1822
Erweiterungen erforderlich (1826 über 400 Schüler). 1828 wurden in einem
Privathaus in Fünfhaus, danach im Haus Neubau 245 Filialschulen eingerichtet
(1849/1850 Übersiedlung ins Kirchengebäude in Gumpendorf). 1858 beschlossen die
beiden Gemeinden einen Neubau (Evangelische Schule). 1867/1868 gab es insgesamt
17 Klassen (am Karlsplatz sechs Hauptschul- und sieben Realschulklassen [drei
für Knaben, vier für Mädchen], in Gumpendorf vier Klassen), 1869 erfolgte eine
Neuorganisation. 1874/1875 wurde die Gumpendorfer Schule selbständig; sie bezog
1883 das Schulgebäude 6, Gumpendorfer Straße 129. Am 16. September 1906 wurde
die Lutherschule in Währing eröffnet. 1938 kam es zu einem
gewaltsamen Ende des Privatschulwesens (Evangelische Schule). Am 9. September
1946 wurde im ehemaligen evangelischen Waisenhaus (5, Hamburgerstraße) der
Schulbetrieb wieder aufgenommen; 1947 nahm die Währinger Schule wieder den
Betrieb auf, 1959 wurde die Gumpendorfer Schule selbständig.
Unsere Kirchen: Kirche am Wege Meidling
Die Kirche am Wege ist
eine evangelische Pfarrkirche A. B. Wien-Hetzendorf
im 12. Wiener Gemeindebezirk Meidling.
Das Gebiet der südlichen Meidlinger Bezirksteile Altmannsdorf und Hetzendorf gehörte
ursprünglich zur Pfarrgemeinde Gumpendorf
in der Gustav-Adolf-Kirche. 1925 wurde ein Verein
für die Evangelischen der beiden Orte mit dem Ziel gegründet, eine eigene
Predigtstation zu unterhalten. 1925–1937 wurde dafür der Festsaal im Schloss Hetzendorf genutzt, 1938–1951 ein
umgebauter ehemaliger Pferdestall und seit 1951 eine umgebaute Garage im
Schloss. Die Predigtstation wurde 1964 zur Tochtergemeinde von Gumpendorf und
1966 zur selbständigen Pfarrgemeinde. Mit Hilfe von Spenden konnten schließlich
1970–1972 die Kirche und das Gemeindezentrum errichtet werden. Der Gemeinde
wurden auch benachbarte Gebiete im 23. Bezirk angeschlossen, wo im Wohnpark
Alterlaa eine Predigtstation eingerichtet wurde. Die Kirche befindet sich in
der Biedermanngasse 11–13 und ist in ein Wohnhaus integriert. Von außen erkennt
man zunächst nur an einem Kreuz bei der Toreinfahrt, dass sich im hinteren
Trakt der Anlage eine Kirche verbirgt. Dort ist sie durch ein Holzkreuz und
Glasfenster über dem Eingang kenntlich. Nach theologischen Vorgaben der
Gemeinde – erwachsen aus der Gottesdienstgestaltung durch den damaligen Pfarrer
Michael Meyer und den Gedanken des Presbyteriums – errichtete Rudolf Angelides
einen schlichten Raum mit quadratischem Grundriss, der von einer Dachpyramide
mit einer Spitze aus Glasfenstern gedeckt wird, die ebenfalls von außen über
dem Gebäude zu erkennen ist. Der Altar befindet sich in der Raummitte und wird
von drei Seiten von den Kirchenbänken umfasst. Der herausragendste Schmuck der
Kirche ist die sogenannte Hetzendorfer Genesis, eine Reihe von 8
unterschiedlich großen Reliefs aus Aluminiumguss von Horst Aschermann,
die zum Großteil die Szenen der Schöpfung darstellen.
Unsere Kirchen: Glaubenskirche Simmering
Die Glaubenskirche ist ein evangelisch-lutherisches Kirchengebäude im
11. Wiener Gemeindebezirk Simmering
und steht 51527!unter
Denkmalschutz. Das Gebäude in der Braunhubergasse 20 im
Bezirksteil Simmering ist ein Werk von Roland Rainer.
Der Architekt errang mit seinem Entwurf beim Wettbewerb für eine evangelische
Musterkirche im Jahr 1952, einer Ausschreibung durch den Evangelischen Oberkirchenrat,
den ersten Platz. Der Entwurf diente als Grundlage für die Planung der
Glaubenskirche, die von 1962 bis 1963 errichtet wurde.
Das schlicht gehaltene Bauwerk wirkt aus den
Materialien Beton, Ziegel, Glas und Fichtenholz und besitzt einen Boden aus
Asphalt. Oberhalb des Altars ist ein Kreuz aus Glasbausteinen in die Wand
eingelassen. Durch eine niedrige Glasfront hinter dem Altar, die den Blick nach
draußen freigibt, wird die Raumlänge optisch erweitert wie auch Tageslicht zum
Altar hin gebündelt. Der Kirchenhauptraum ist als Kubus fast so hoch wie lang.
Rechts vom Altar kann nach Bedarf ein niedriger Kirchennebenraum mit
Schiebewand zum Hauptraum geöffnet und genutzt oder geschlossen und ungenutzt
bleiben. Beide Kirchenräume und weitere Nebenräume bilden einen Innenhof, wo in
einer Ecke ein acht Meter hoher einfacher Glockenturm mit den drei Glocken
„Glaube“, „Liebe“ und „Hoffnung“ steht und wo vorne ein überdachter Gang von
einem Eingang ausgehend bis zum Portal der Kirche den Innenhof zu einem Atrium
schließt. Die bauliche Abgrenzung vom städtischen Umfeld bildet damit ein
geschlossenes Ganzes mit unterschiedlichen spirituellen Bereichen.
Die Glaubenskirche ist eines von fünf von
Roland Rainer geplanten und realisierten Kirchengebäuden und darunter das
einzige in Wien. Das Kirchengebäude und das Gemeindezentrum stehen unter
Denkmalschutz.
Die in der Kirche beheimatete Pfarrgemeinde Simmering
gehört zur Evangelischen Superintendentur A. B.
Wien. Sie entstand 1946 als Teilgemeinde und wurde 1949
selbstständig. An Stelle der heutigen Glaubenskirche befand sich eine von 1951
bis 1952 errichtete Notkirche aus Holz gleichen Namens. Die Grundsteinlegung für
die heutige Kirche fand am 29. April 1962 statt, die Einweihung durch
Superintendent Georg Traar erfolgte am 29. September 1963. Von 1969 bis 1982
war der spätere Wiener Superintendent Werner Horn
Pfarrer in der Glaubenskirche. Im Jahr 1972 erhielt die Kirche eine neue Orgel,
die von der Firma Walcker-Mayer aus Guntramsdorf
errichtet wurde. Sie verfügt über 2 Manuale
und Pedal.
Die Pfarrgemeinde Simmering bekam 1997 mit dem aus einer Kirche, einem
Kindergarten und einem Pfarrhaus bestehenden Gemeindezentrum Arche eine weitere
Predigtstelle in Kaiserebersdorf. 2003 wurde der Glockenturm der Glaubenskirche
saniert.
Unsere Kirchen: Friedenskirche in Hietzing
Die Evangelische
Friedenskirche ist ein evangelisch-lutherisches Kirchengebäude im
13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing.
Die Friedenskirche befindet sich im Bezirksteil Lainz nordwestlich des Geriatriezentrums Am Wienerwald,
Jagdschloßgasse 44. Sie ist das Werk des Architekten Rudolf Angelides.
1957/1958 wurden das Pfarrhaus und der Kindergarten errichtet und 1959/1960 das
eigentliche Kirchengebäude. Diese drei Elemente bilden einen Baukörper mit dem
quaderförmigen Kirchturm. Das Kircheninnere ist schlicht gehalten. Der Altar
steht auf einer erhöhten Fläche an der Kopfseite der Kirche, zu der drei Stufen
hinaufführen. Die hölzerne, hexagonale Kanzel ist links davon angebracht. Die Evangelische
Friedenskirche steht unter Denkmalschutz. Sie ist eines von mehreren
evangelischen Kirchengebäuden von Rudolf Angelides,
der in Wien etwa auch die Kirche am Wege und die Pauluskirche realisierte. Die in der
Kirche beheimatete Pfarrgemeinde Lainz geht auf lutherische Heimatvertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg
zurück, die sich in der so genannten „Wartburg-Siedlung“ an der Lafitegasse
ansiedelten. Die mit Jahresbeginn 1957 – kurz vor Baubeginn des Pfarrhauses im
Oktober 1957 – entstandene Tochtergemeinde Lainz gehörte zur Pfarrgemeinde
Hietzing mit Sitz in der Kreuzkirche in Penzing.
Die im Frühsommer 1959 begonnene Friedenskirche wurde am 27. November 1960
durch Bischof Gerhard May geweiht. 1961 wurde Lainz eine
selbstständige Pfarrgemeinde innerhalb der Evangelischen Superintendentur A. B.
Wien. 1995 erfolgten eine Fassadenrenovierung und der Einbau eines
neuen Jugendraums auf der Empore.
Sonntag, 20. Dezember 2015
Unsere Kirchen: Messiaskapelle Wien Alsergrund
Die Evangelische Messiaskapelle Wien
Alsergrund der Pfarrgemeinde A.B. (Augsburger Bekenntnis)
befindet sich in einem Wohnhaus im 9. Wiener Gemeindebezirk Alsergrund.
Sie ist die Pfarrkirche der Pfarrgemeinde A.B Alsergrund, die zur Evangelischen Superintendentur A. B.
Wien gehört. Das Haus Seegasse Nr. 16, in dem sich die
Messiaskapelle befindet, wurde im März 1922 von der Schwedischen Israelmission erworben.[2]
Dieses Haus war vom jüdischen Architekten Ludwig Schmidl
errichtet worden. Ein Mädchen-Unterstützungsverein hatte es als
Schule für arme jüdische Mädchen bauen lassen. Ein Kreuz links und eine kleine
Tafel rechts in der Kirche erinnern an die Geschichte, so an die Zeit der
Kriegsjahre, als dort die Schwedische Israelmission verfolgten Juden zur
Ausreise verhalf. Seit 1951,
mit dem Beginn der Wirksamkeit von Adolf Rücker als Pfarrer der Evangelischen Gemeinde Wien – Innere Stadt
(Stadtkirche), wurde in dem Haus der Schwedischen Mission die
evangelische Predigtstation für den
9. Wiener Gemeindebezirk ausgebaut.
Nachdem die Schwedische Mission ihre Arbeit
in Wien beendete, wurde das Gebäude von der Gemeinde Wien – Innere Stadt
angekauft und die Messiaskapelle wurde eine ab 1961 eigenständige evangelische
Predigtstation. 1964 wurde die Kapelle grundlegend modernisiert, von der alten
Ausstattung befindet sich heute nurmehr das Altarbild Emmausjünger
in der Kirche. Es ist eine Kopie von E. Hüttenbrenner nach einem Original
aus unbekannter Hand des 17. Jahrhunderts (Besitz des Kunsthistorischen
Museums Wien). Die heutige Ausstattung ist schlichteste Kirchenmoderne.
Per 28. Jänner 1999 wurde dann die
eigenständige Evangelische Gemeinde Wien Alsergrund – „Messiaskapelle“
gegründet. Ihr Pfarrsprengel ist weiterhin der 9. Bezirk. Damit ist sie
die 22. Pfarrgemeinde der Wiener Superintendentur.
Die Gemeinde nimmt regelmäßig an der Langen Nacht der Kirchen teil. Hier probt
auch der Chor der Bachgemeinde Wien.Unsere Kirchen: Evangelische Pauluskirche Wien Landstrasse
Die Evangelische Pauluskirche ist das
Kirchengebäude der zur Superintendentur Wien der Evangelischen
Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Österreich gehörenden
Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Wien-Landstraße und steht im dritten Wiener Gemeindebezirk Landstraße am Sebastianplatz 4. Der Kirchenbau
wurde im Jahre 1962 begonnen, die feierliche Einweihung fand allerdings erst am
15. November 1970 statt. Die Kirche wurde aus Kostengründen in ein Wohnhaus mit
48 Eigentumswohnungen eingegliedert. Der Architekt war Rudolf Angelides,
der später auch die evangelische Kirche am Wege
in Meidling
entwarf.
1977 wurde leihweise eine Orgel aufgestellt, die
1978 durch die heute noch immer verwendete Orgel ersetzt wurde. Ursprünglich
war auf der Empore
der Platz für eine Orgel vorgesehen; im Jahr 2008 wurde die Orgel komplett
renoviert und im Zuge dessen auch auf ihren ursprünglichen Platz auf der Empore
übersiedelt. 1990 wurde in der Pauluskirche ein Mittelgang errichtet, seither
gibt es rund 300 Sitzplätze. Im Jahr 2000 wurden die alten Lüster
durch neue, moderne Lampen ersetzt. Danach fanden immer wieder Umbauarbeiten −
vor allem in den Nebenräumen Vorraum, Gemeindesaal und Jugendraum – statt.
Weiters wurde auf Bitte der Gemeinde eine Gehsteigvorziehung angebracht, die
als kleiner Vorplatz vor dem Eingangsbereich fungiert.
Im Zuge der Generalsanierung (Beginn Herbst 2009)
der Fassade der Liegenschaft Sebastianplatz 4 wurde ebenfalls die Außenfassade
der Pauluskirche in Stand gesetzt. Durch die Witterungsverhältnisse im Winter
2009/2010 musste der Anstrich der Fassade leider verschoben werden, konnte aber
noch vor den Osterfeiertagen 2010 unter der Leitung von Architekt Christoph
Thetter beendet werden.
„Das
zweifärbig violette Kreuz steht als Sinnbild der Trauer und Erlösung vor dem
göttlichen, goldenen Hintergrund. Die Fassadenflächen, die die kirchlichen
Räume umschließen, sind in einer Erdfarbe gestaltet, als Zeichen für die
Erinnerung, woher der körperliche Teil des Menschen kommt und wohin er auch
wieder zurückkehrt. Durch die goldene Pforte tritt dann der ganzheitliche
Mensch mit seinem göttlichen, goldenen Hintergrund zu seiner sonntäglichen
Verwandlung im Gottesdienst. Das Sockelgeschoss wird durch Rahmenelemente
eingefasst, das im Sinne des Städtebaus sich farblich mit den Nachbarhäusern in
Einklang setzt. Augenscheinlich mag die Ausgestaltung willkürlich erscheinen,
aber zumindest war es Anliegen, mit unzulänglichen Mitteln das Unaussprechliche
zu gestalten.“
– Christoph Thetter
Im Sommer 2010 wird nach der Fassade ein
weiteres Bauprojekt in Angriff genommen. Nach langer Wartezeit und intensiver
Planung durch eine speziell gegründete Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus
Mitgliedern der Gemeinde und unter der Leitung und Anleitung von Architekt
Christoph Thetter, wurde am Montag, dem 5. Juli 2010 der Spatenstich für den
Umbau des Gemeindesaales, des Jugendraums und der Küche gesetzt.
Mit dem Toleranzpatent des Kaisers Joseph II.
entstand 1782 die nun staatlich anerkannte evangelisch-lutherische Gemeinde
Wiens mit Sitz in der Lutherischen Stadtkirche in der Dorotheergasse
18. Von dort aus wurden auch die lutherischen Einwohner von Landstraße mitbetreut.
Am 1. Juli 1894 wurde auch in Wien-Landstraße
eine Tochtergemeinde gegründet, nachdem bereits in Gumpendorf
und Währing (Lutherkirche) Tochtergemeinden entstanden
waren. Später sollte die Gemeinde Wien-Landstraße ihrerseits Muttergemeinde für
Pfarrgemeinden in Favoriten, Simmering, Floridsdorf, Schwechat, Bruck an der Leitha, Korneuburg,
Stockerau
und Mistelbach werden. 1899 fiel der Beschluss
für den Ankauf des Hauses in der Schützengasse 13, um einen Betsaal zu
errichten, der 1900 fertiggestellt wurde.
Am 1. Januar 1922 wurde die Wiener
Evangelische Pfarrgemeinde A.B. der Lutherischen Stadtkirche in sechs Teilgemeinden
geteilt. Die Evangelische Teilgemeinde A.B. Wien-Landstraße erhielt nun auch
ein Pfarramt,
eine Gemeindevertretung und ein Presbyterium. 1936 erwarb die Teilgemeinde
Landstraße gemeinsam mit der Muttergemeinde einen Baugrund für den Bau einer
Kirche am Sebastianplatz 4. Wegen des Zweiten Weltkriegs
und der Nöte der Nachkriegszeit konnte der ursprünglich geplante
platzbeherrschende Bau nicht errichtet werden; der Kirchenbau wurde auf
unbestimmte Zeit verschoben. 1947 wurde der Betsaal in der Schützengasse zu
einer kleinen Kirche umgebaut, die am 20. Juni 1948 als Paul-Gerhardt-Kirche
(benannt nach dem Theologen Paul Gerhardt)
eingeweiht wurde.
Am 1. Oktober 1949 trat durch einen Erlass des Oberkirchenrates
eine neue Kirchenverfassung der Evangelischen Kirche A. und H. B. in
Österreich in Kraft. Damit wurden alle Wiener Teilgemeinden − so
auch die Evangelische Gemeinde Wien-Landstraße – zu selbstständigen
Pfarrgemeinden erhoben. 1962 wurde der Kirchenbau am Sebastianplatz
begonnen und 1970 fertiggestellt. 1992 wurde die Paul-Gerhardt-Kirche in der
Schützengasse mit dem alten Pfarrhaus an die koreanische presbyterianische
Kirchengemeinde verkauft.
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